Wie Schnelligkeit zu Langsamkeit führt…

…ließ sich kürzlich beim Champions-League-Spiel des „kleinen“ FCB (FC Basel 1893, www.fcb.ch) gegen den „großen“ FCB beobachten. Die beiden Außenstürmer Ribery und Robben haben nahezu das gleiche stereotype Muster: Ball annehmen, orientieren, sprinten, festdribbeln, zum Mitspieler quer oder zurück passen. In der Zwischenzeit hatte der Gegner ausreichend Zeit, um seine beiden 4er Ketten sauber aufzustellen. Und dann beginnen die Bayern mehr oder (derzeit) weniger einfallsreich den Ball laufen zu lassen, als wären sie ein Handballteam. Auf diese Weise kommen hohe Ballbesitzanteile (eine ebenso vielzitierte wie völlig irrelevante Statistik) zustande. Vor allem aber wird  das Spiel träge und langsam.

Wie entsteht das? Beide Spieler sind in der Lage, mit beeindruckenden 31 km/h zu sprinten. Offenbar sind sie sich dieser seltenen Qualität bewusst und wenden sie sterotyp an. Und genau das macht das Spiel des FC Bayern langsam. Ist der Gegner auch noch defensiv stark, dann sieht es ganz düster aus für den großen FCB.

Die Stärke wird zur Schwäche, wenn sie stereotyp und erwartbar eingesetzt wird. Dieses Muster kann nur der Trainer aufbrechen, indem er beide Spieler taktisch anders einstellt (was ich als unmöglich ansehe) oder das Team anders aufstellt. Mit Olic und Müller steht die Alternative bereit.