Konflikte und Konfliktkosten

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Kürzlich berichtete mir eine Führungskraft von einem Konflikt in ihrem Team. Zwei Mitarbeiter würden überhaupt nicht mehr miteinander sprechen und Emails aneinander nur einsilbig, zeitverzögert oder gar nicht beantworten. Er selbst müsse permanent Postbote spielen zwischen den beiden, um die … Weiterlesen

Wie Schnelligkeit zu Langsamkeit führt…

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…ließ sich kürzlich beim Champions-League-Spiel des „kleinen“ FCB (FC Basel 1893, www.fcb.ch) gegen den „großen“ FCB beobachten. Die beiden Außenstürmer Ribery und Robben haben nahezu das gleiche stereotype Muster: Ball annehmen, orientieren, sprinten, festdribbeln, zum Mitspieler quer oder zurück passen. … Weiterlesen

Komfortzone und Leidenschaft

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Ich war wieder einmal beim Fußball, als Zuschauer. Regionalliga, Tabellenerster gegen den Tabellendritten, Goliath gegen David sozusagen. Das Tabellenführerteam war in allen Belangen erschreckend unterlegen. Das Ergebnis fiel mit 0:1 eher schmeichelhaft aus. Wie entsteht so etwas, was tut und … Weiterlesen

Von Krisen und Fehlern

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Eine meiner wertvollsten Erfahrungen als Triathlet ist die: Bei einer Langdistanz kommt auf JEDEN Fall eine Krise, kommen mehrere Krisen (z.B. Leistungsabfälle, Krämpfe, Schmerzen, Dehydrierung, Radpannen, nicht eingehaltener Ernährungsplan, …). Das ist absolut sicher, trifft jeden. Es kommt ausschließlich darauf … Weiterlesen

Trainerwechsel

Die deutsche Fussball-Bundesliga im April 2011: Trainer A wechselt nach X, von dort wechselt Trainer B nach Y. Trainer C macht mit seinem Team ein entscheidendes Spiel bei seinem zukünftigen Verein. Man kann das bejammern (machen wir nicht), man sich auch wundern (machen wir: z.B. über Felix Magath, der sich in die Situation begibt, ohne Pause von einer würdelosen Schlammschlacht in den Abstiegsstrudel zu wechseln. Wie schafft der das bloß… mental und so?). Man kann sich auch der Frage zuwenden, ob denn solche Trainerwechsel „etwas bringen“ und vor allem warum.

In einem Team (System) von Profi-Fußballern ist der Trainer nicht nur ein Systemelement, sondern eine Schlüsselfigur, dessen Rolle in den letzten Jahren wahrnehmbar gewachsen ist. Diese Schlüsselfigur bestimmt sehr wesentlich die Beziehungen innerhalb des Teams, durch seine Trainings- und Spielphilosophie ebenso wie durch seine Kommunikation. Zur Klarstellung: Das gilt ebenso für die wortkargen Trainer – denn es ist ja nicht möglich, nicht zu kommunizieren (wie schon Paul Waczlawik erörterte). Wird aus diesem System der Trainer entfernt, dann ist das eine erhebliche Veränderung. War für die anderen Systemelemente (Spieler) die Beziehung problematisch oder gelingt es, den Trainer als Verursacher der jeweiligen Misere zu positionieren, dann kann durchaus erhebliche Energie frei werden, zumindest kurzfristig. Erklären lässt sich dieser Effekt mittels  einer Energieformel für Veränderungen, die auch für andere Veränderungen nutzbar ist:

Veränderungsenergie = Unzufriedenheit mit dem Status quo (Tabellensituation) * Attraktivität des Ziels (konkreter Tabellenplatz) * ein erster Schritt (Trainerwechsel).

Hieran dürfte auch deutlich werden, dass die so erzeugte Energie nur kurzlebig ist. Es sei denn, es gelingen weitere und vor allem nachhaltige Veränderungen im System.

Was lässt sich daraus für Teams und Teamentwicklung ableiten? Ein „Trainerwechsel“ – allgemeiner: ein Auswechseln von Schlüsselpersonen – bringt nur dann etwas, wenn weitere Dinge im System geändert werde. Der im Fußball zuweilen zu beobachtende Energieschub dürfte in der Arbeitswelt vernachlässigbar sein, weil diese wesentlich langsamer „tickt“ als der Profifußball.

Ver-lernen

Jürgen Klopp macht es. Thomas Tuchel macht es. Jogi Löw macht es. Sie alle setzen auf sehr junge Spieler in ihren Teams. Die Ränge 1 und 2 in der aktuellen Bundesligatabelle sind der Beweis, dass dies nicht falsch sein kann. (Über Jogi Löw, den obersten Personalentwickler der Nation, reden wir gar nicht erst.) Gibt es einen Zusammenhang zwischen einem niedrigen Durchschnittsalter des Teams und Erfolg?

In den letzten Jahren war der Profi-Fußball von gewaltigen spielkulturellen Weiterentwicklungen geprägt. Diese erfordern von allen Spielern, unabhängig von ihrer Position auf dem Platz, eine hohe Laufbereitschaft, das Übernehmen sowohl defensiver wie offensiver Aufgaben und die kreative Umsetzung eines vom Trainer sehr detailliert vorgegebenen taktischen Konzepts. Sichtbares Zeichen dessen ist u.a., dass bei auffallend vielen Mannschaften der Trainer der größte Star im Team ist.

Älteren Spielern fällt es vielfach schwer, diese Entwicklung kompromisslos mitzugehen. Was ihnen im Wege steht, sind – auch wenn es zunächst absurd klingen mag – ihre Erfahrung, ihr Wissen um Taktik, ihr spielkulturelles Verständnis, ihre ganze fußballerische Sozialisation. All diese Dinge hindern sie am Neu-lernen. Der Punkt ist: Sie bekommen die Balance nicht hin zwischen Ver-Lernen und Nutzung ihres früher erlernten Know-hows. Fritz B. Simon merkte dazu an: „Wissen ist ein anderes Wort für Lernbehinderung geworden… Solange ich glaube, dass ich weiß, muss ich ja nichts mehr lernen.“ Junge Spieler haben schlicht keine Erfahrungen, die sie am Lernen hindern können. Zudem ist ihr außerordentlicher Respekt vor Expertise und Führungsqualität ihres Trainers ein fruchtbarer Boden für die kreative Umsetzung aller Vorgaben des Trainers.

Was lässt sich daraus lernen, insbesondere im Hinblick auf unsere eigene Person (ich bin nun mal so alt wie ich bin) oder ganze Organisationen? Wenn wir lernen, unseren Erfahrungen gegenüber skeptisch zu sein, bereit sind, sie hier und jetzt und sofort zu ver-lernen, dann ist Lernen neu möglich. Eine Person / Organisation, die über diese Fähigkeit verfügt, wird kreativ, innovativ, wettbewerbsfähig, veränderungsfähig und erfolgreich sein.

Wie ein Team seine Performance minimieren kann – eine Anleitung

Ein besonderer Film läuft ab bei der Fussball-WM, ein Film speziell für den Organisationsentwickler. Man muss sich dazu nur die entsprechende „Brille“ aufsetzen. Er trägt den Titel: „Wie ein Team seine Performance selbst optimieren und minimieren kann“. Wir erleben Mannschaften  ohne wirkliche Weltklassespieler, die auf der Basis hervorragender taktischer Disziplin, gegen vermeintlich stärkere Mannschaften richtig gut aussehen. Als Fußballfan erfreue ich mich an Außenseitersiegen und gelungene Spielzüge wie lehrbuchreife Raumaufteilung in der Defensive. Die Weltspitze scheint breiter geworden zu sein, nahezu jeder kann jeden schlagen. Das ist das Ergebnis einer hohen Performance (Leistungsfähigkeit) vieler Teams.

Aber auch das Gegenteil ist beobachtbar. Mit Staunens offenem Mund haben wir die Selbstzerlegung des französischen Teams verfolgt. Wir haben damit eine Anleitung erhalten, was ein Team tun sollte, um seine Performance systematisch selbst kleinzumachen. Nachfolgend eine Kurzfassung davon (in Klammern: Erläuterung zum Erinnern):

Die Teammitglieder sollten…

  •  Kritik am Verhalten als Kritik an der eigenen Person behandeln (Anelka´s Reaktion auf des Trainers Halbzeitkritik, doch bitte mehr Laufbereitschaft zu zeigen)
  • die Aufdeckung eines Problems für das größere Übel halten als das Problem selbst (Evra / Ribery auf der Suche nach dem Maulwurf, der Anelka´s Trainerbeleidigung öffentlich machte)
  • die Identifikation mit einer Teilgruppe (Grüppchenbildung) höher halten als das Teamziel (maximaler Erfolg bei der WM)
  • die Führungskraft (Trainer) und ihre Entscheidungen publikumswirksam nicht akzeptieren.

Kennen Sie solche Teams in Ihrem Unternehmen?