Rückblick auf die vergangene Saison der Fußball-Bundesliga

Was war das bemerkenswerteste an dieser BL-Saison? Mit dem nunmehrigen Abstand lässt sich darauf vielleicht eine gute Antwort finden. Waren es die Trainerwechsel, die Meisterschaft der Borussia aus Dortmund, die Nichtmeisterschaft des FCB, der Erfolg vieler junger Spieler…? Für mich war es etwas anderes: Teamintelligenz hat sich als Erfolgsfaktor durchgesetzt. Vereine sind um so erfolgreicher, je besser sie es vermögen, organisationales Lernen mit den individuellen Fähigkeiten der Spieler und Trainer zu verknüpfen.

Dafür sehe ich eine ganze Reihe von Symptomen:

  • Es setzen sich zunehmend Vereine durch, die ihre Teams so zusammen setzen, dass Spielphilosophie, Trainer und Spieler wirklich zusammen passen. Eine Voraussetzung dafür ist z.B. Geduld, dem Trainer und den Spielern Entwicklungszeit zu geben, eine andere, die Spieler nach Passung ins Team auszuwählen statt allein nach individueller Qualität.
  • Die Zeiten autoritärer Führungsspieler, von Mannschaftsinternen Hierarchien und Trainern, die noch an solchen hängen sind wohl vorbei. Am besten wird das deutlich am Generationenwechsel bei den Trainern: Die Daums und Magaths werden schrittweise abgelöst durch Tuchels, Klopps  und  Stanislawskis. (Die von Yogi Löw leise gestaltete Ablösung Ballacks als Kapitän hat auch hierin seine Ursache.)
  • Es setzt sich ein anderer Spielertyp durch, ein Typ der zunehmend der Sportlerpersönlichkeit anderer weit entwickelter Sportarten entspricht: lernwillig, respektvoll gegenüber dem Gegner wie dem eigenen Team, klug, auf die eigenen Potenziale fokussiert.

Was wir für unseren Arbeitsalltag daraus ableiten können: Wieviel Prozent unserer Teamintelligenz realisieren wir?