Organisationsentwicklung und Fussball

Fussball – ich gestehe, das ist eines meiner Lieblingsthemen. Ständig fallen mir in allen möglichen Situationen Vergleiche ein, die direkt mit Fussball zu tun haben. So manches Mal halte ich mich damit zurück in der Befürchtung, meine Gesprächspartner zu einem gelangweilt-missbilligenden Augenbrauenhochziehen zu verführen. Aber hier hört ja keiner zu… 😉

Sagt doch der Thomas Tuchel (Trainer von Mainz 05) nach dem sensationellen 2:1 der Mainzer gegen die Bayern: „Wir hatten uns vor dem Spiel vorgenommen, 6 bis 7 Szenen zu haben, von denen wir nacher auf´m Video sagen: So soll es ausschauen. Jetzt haben wir in den ersten 45 Minuten 16 Szenen gefunden, von denen wir behaupten, genauso muss es ausschauen.“

Wow! Statt mittels Videoanalyse über Fehler zu dozieren (und so seine Spieler klein zu machen), zählt der Mann die gelungenen Aktionen! Man stelle sich die Wirkung vor, wenn die Führungskraft bei Projektstart als Zielvorgabe verkündet, 6-7 erfolgreich abgelaufene Routinen solle das Projekt bei der Evaluation aufweisen.

Im Übrigen: Die „Szenen“, von denen Tuchel sprach, sind vielfach besprochene und eingeübte Spielzüge. Übersetzt ins Projektmanagement hieße das doch, typische Routinen zu identifizieren und einzuüben. Und später zu überprüfen, ob sie unter Stressbedingungen der Projektrealität genauso laufen.

Könnte das ein praktikabler Ansatz sein? Das Team identifiziert zunächst seine erfolgskritischen Routinen – auf der Basis der Eigenheiten, Stärken und Schwächen der Teammitglieder. Und diese werden dann intensiv besprochen, eingeübt und bei der Evaluation bewertet.

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